SSV Gera 1990 schon wie eine zweite Heimat – 20.02.2010

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SSV Gera 1990 schon wie eine zweite Heimat – 20.02.2010

Die Qualität einer Radsportveranstaltung wird auch wesentlich mit geprägt von den Informationen für die Teilnehmer und Besucher. Für die Organisatoren der Ostthüringen Tour ein Grund mehr, sich dazu einen Profi an die Seite zu holen. Zu den ganz großen Radsportmoderatoren zählt Dirk Lunk aus Marl-Polsum in Nordrhein-Westfalen. Wir sprachen mit dem Mann am Mikrofon bei der 8. Auflage der Ostthüringen Tour vom 23. bis 25. April 2010 in Gera und Münchenbernsdorf.

Der Name Dirk Lunk, als Sprecher bei hochkarätigen nationalen und internationalen Radsporthighlights, ist kein unbekannter. 2004 moderierten Sie erstmals die Ostthüringen Tour, eine Drei-Etappenfahrt für Radsportler zwischen acht und 14 Jahren. Fühlt man sich da nicht im Anspruch etwas zurückgesetzt?
In keinster Weise. Es macht unglaublich viel Spaß, mit den jungen Sportlern zusammen zu sein. Ich mag diese ungezwungene und unbekümmerte Art.

Als der SSV Gera gemeinsam mit dem 1.RSV Greiz die Ostthüringen Tour aus der Taufe hob, gab es auch Skeptiker. Nicht wenige glaubten, dass die Belastungan der drei Tage Radsport für so junge Athleten zu anstrengend sei. Aus Ihren Erfahrungen heraus, hatten Sie auch derartigen Bedenken?
Nein! Es hat sich in Ostthüringen ebenso gezeigt, wie zum Beispiel bei der kids-tour Berlin, dass selbst ein solches Mammutprogramm von drei Veranstaltungstagen von den Teilnehmern gut angenommen und auch verkraftet wird. Es ist eine gesunde und kurzweilige Mischung zwischen Sport, Spiel und Spaß.

In diesem Jahr geht die Ostthüringen Tour in ihre achte Auflage. Welchen Stellenwert ordnen Sie, als Kenner der Radsportwettkampfszene, dieser Nachwuchstour zu?
Die Tour war schon nach der ersten und zweiten Austragung weit über die Grenzen Thüringens bekannt und beliebt. Ein Termin, der nicht mehr wegzudenken ist. Eine absolute Bereicherung für den Radsportnachwuchs in ganz Deutschland.

Nach 2004, 2006 und 2007 kehren Sie, nach zweijähriger Ostthüringen Tour Abstinenz, als Sprecher wieder nach Gera zurück. Was ist das für ein Gefühl für Sie?
Ich wäre schon im letzten Jahr wieder gern nach Gera gekommen. Leider hat der Umbau meines neuen Hauses sehr viel Zeit in Anspruch genommen, so dass ich erst wieder für 2010 zusagen konnte. Es ist immer wieder schön, in Gera zu sein.

Es war aber nicht nur die Ostthüringen Tour, die sie als Moderator immer wieder in die Otto-Dix-Stadt Gera zog?
Seit 1996 bin ich ja mindestens einmal im Jahr in Gera. Meistens in der letzten Juli-Woche zur Internationalen Thüringen Rundfahrt der Frauen. Sehr gut in Erinnerung sind mir auch noch die Deutsche Meisterschaft der U23 in Bad Köstritz 1998, die der SSV Gera ausrichtete, und die vielen Rad-Bundesligarennen im Verlauf der vergangenen Jahre.

Es sind ja letztlich immer nur Momente, die Sie in der Stadt Gera verweilen lassen. Nimmt man da überhaupt Veränderungen war?
Aber sicher. Als ich 1995 das erste Mal in Gera war, damals zur Männer-Rundfahrt, stand zum Beispiel noch das Hotel Maritim, in dem der gesamte Tour-Tross untergebracht war. Viele alte Häuserfassaden haben sich zu ihrem Vorteil verändert. Gewerbegebiete sind in und um Gera entstanden. Auch kulturell hat sich sehr viel getan. Ich denke dabei auch an die Bundesgartenschau Gera-Ronneburg.

Der SSV Gera 1990 begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Vereinsjubiläum. Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf, wenn Sie SSV Gera 1990 hören?
Das hier sehr viel für den Radsport, und insbesondere für den Radsportnachwuchs, getan wird. Ich denke an die zahlreichen großartigen Radsportler, die aus diesem Verein hervorgegangen sind und die Otto-Dix-Stadt weltweit repräsentieren. Robert Förstermann, René Enders, André Greipel, Marcel Barth, Eric Baumann, Enrico Poitschke, um nur einige zu nennen. Allen voran natürlich Olaf Ludwig. Mit seinem Olympiasieg 1988 in Seoul, den wir noch alle vor Augen haben. Drei Deutsche auf dem Siegertreppchen – ein Wahnsinnsbild, davon bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. Der SSV Gera 1990 ist für mich schon fast wie eine zweite Heimat geworden.