Lucas Küfner wiederholt seinen Toursieg – 24.04.2016

U11m+w, U13m+w, U15w

Lucas Küfner wiederholt seinen Toursieg – 24.04.2016

„Es wird schwer, aber Du kannst es schaffen! Aber vergiss nicht: Nur die Harten kommen in den Garten”. Was nichts anderes heißt, Stärke und Durchhaltewillen. Genau das zeigte Lucas Küfner bei der diesjährigen 14. Ostthüringen Tour – wieder einmal. Bereits 2014 brillierte der in Pohlitz bei Bad Köstritz beheimatete Radsportler vom SSV Gera 1990 e.V., sicherte sich als erster Geraer den Gesamtsieg bei der Ostthüringen Tour, damals in der Altersklasse U11 männlich und sportlich betreut von Melanie Lenk. Im Vorjahr wechselte er altersbedingt in die Trainingsgruppe von Lucas Schädlich und streifte sich bei der 13. Tourauflage das Weiße Trikot als Führender im jungen Jahrgang der U13 männlich über. Sich sportlich weiterentwickelt, zählte der 12-Jährige zu den Hoffnungsträgern auf den Gesamtsieg der U13m bei der diesjährigen Tour.

Gleich zu Beginn, beim Prolog im Geraer Hofwiesenpark trumpfte der Geraer U13-Fahrer auf. Gehofft auf einen Erfolg hatte sein Trainer schon, doch so ganz selbstverständlich schien es dann doch für ihn nicht zu sein. „Die Zielstellung zum Auftakt war, mit wenig Einsatz viel zu erreichen. Daran hat sich Lucas perfekt gehalten, auch wenn es ihm manchmal etwas schwer fällt. Am liebsten gibt er bei jeder Wertung alles“, erzählt Lucas Schädlich.

Die 1. Etappe, das Geschicklichkeitsfahren, hat für den Geraer eher etwas Unbehagliches an sich, was sich dann auch zeigen sollte. „Man kann es 1000 Mal geübt haben, mit einem Fehler, demensprechend drei Strafsekunden, bist du einfach 14 bis 20 Plätze weiter hinten“, verweist der Trainer auf das Risiko in dieser Disziplin. Erleichterung dann nach den beiden Durchgängen. Mit 21,1 Sekunden fuhr er auf dem Parcours seine bisher schnellste Zeit, zeigte starke Nerven und war damit um 2,2 Sekunden schneller als im Vorjahr. Im Ergebnis der 1. Etappe wie auch im Gesamtklassement nach der 1. Etappe auf Platz drei, ging das Gelbe Führungstrikot an den Zweitplatzierten im Geschicklichkeitsfahren Morice Ostermann aus Erfurt.

„Das Ziel für die 2. Etappe war glasklar. Zurückeroberung des Gelben Trikots – die Abstände waren zum Greifen nah. Mit einem perfekten Positionsfahren konnte Lucas auf der 330m langen Zielgerade seine unwiderstehliche End­kampf­ge­stal­tung ausspielen. Seine Motivation: ´Wenn ich das Ziel einmal sehe, kann ich einfach nochmal alles Geben ohne etwas zu merken`. Er hielt sich weit vorne fahrend auf, um Stürzen auf der nassen Fahrbahn zu vermeiden und zog 200 Meter vor dem Ziel an Position zwei fahrend vom Hinterrad heraus und zog voll durch. Von sich selbst überrascht, fiel nur noch mit einem Augenzwinkern das Wort ´Maschine`. Das Gelbe Trikot trug er wieder auf seinen Schultern”, kommentiert Lucas Schädlich das 14,8 Kilometer lange Rund­strecken­rennen um Silbitz.

Auf der letzten Etappe galt es dann noch einmal alles aus sich herauszuholen und das bei einem schweren Straßenrennen über 19,4 Kilometer bei widrigsten Witterungsbedingungen. Es galt aber nicht nur die Führungsposition zu verteidigen, son­dern auch den vielen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen und als Führender Stärke zu zeigen, um so der Kon­kur­renz von Anbeginn jegliche Chance auf eine Gefähr­dung seines Toursiegs zu nehmen. Das Gelbe Trikot leuchtete stets weit vorn im Feld und ließ keinen Zweifel daran, dass Lucas das Fahrerfeld taktisch klar beherrschte. Sogar die Sprintwertung in Runde 2 und damit weitere sechs Punkte zusätzlich konnte er sich gutschreiben lassen. In der finalen Runde ging er dann in der Zielkurve nochmals das notwendige Risiko ein, um weit vorn auf die Zielgerade einzubiegen. Auch diese letzte Hürde meisterte er mit der ihm gegebenen Cleverness. Es schien, als trugen ihn die unsichtbaren Flügel seines Gelben Trikots mit einem Extrakick zur Ziellinie. Das, was ihm 2014 in der U11m schon einmal gelungen war, konnte er nun zwei Jahre später in der U13m wiederholen.

„Geschafft“, so die erste Reaktion von Vater Thomas Küfner, der die Entwicklung seines Sohnes beim SSV Gera auf­merk­sam verfolgt. Er kennt die Stärken und, wenn er sie überhaupt hat, die Schwächen bei seinem Sohn. Er weiß, dass Lucas seinen Weg geht. Ihn nur nicht unter Druck setzen, darin ist er sich mit den Trainern einig.

Komplettiert wurde das sehr gute Abschneiden des Geraer SSV-Nachwuchses bei der 14. Ostthüringen Tour mit dritten Plät­zen im Gesamtklassement durch Lara Wolf (U11w) und Leonie Plötner (U13w) sowie Rang vier durch Julia Schäfer (U13w).