Inspiriert vom italienischen Futurismus – 11.02.2011

U11m+w, U13m+w, U15w

Inspiriert vom italienischen Futurismus – 11.02.2011

“Die Herausforderung für die Schüler liegt weniger in der Technik, als in dem Ziel Bewegung darzustellen”, erläutert Wulf Gruber, Kunsterzieher am Zabelgymnasium, die Vorgehensweise der Elftklässler bei der Motivgestaltung für ein Plakat. Ihre Aufgabe ist es, ein Bild zur Thematik “Das Fahrerfeld rauscht vorbei” zu gestalten. Es ist nur eine Aufgabenstellung, bei der die Zabelschüler der 7. bis 11. Klasse ihr künstlerisches Talent neu entdecken. So wie Christine Zimmermann, die gesteht, bis dahin noch nie ein Fahrrad gezeichnet zu haben.

“Das Schwierige dabei ist, Linien so zu verziehen, dass ein Bewegungseffekt entsteht”, sagt Charlotte Reichardt. Da muss schon mal der Radiergummi herhalten, bis das Skizzierte oder Gezeichnete die richtige Gestalt annimmt. Ronny Jentzsch versucht sich erst bei der Gestaltung des Hintergrundes. “Wenn er die Radfahrer auch noch so hinbekommt, wird es eine gute Arbeit”, meint Wulf Gruber, während er einige der schon fertig gestellten Arbeiten aus den anderen Klassenstufen vor sich ausbreitet.

Es sind Erfahrungen für die Schüler, die die Künstler in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in Italien auch erst einmal sammeln mussten, als sie daran gingen, Bewegung im Bild darzustellen und so den italienischen Futurismus begründeten.

“Es sollen keine eingefrorenen Momentanaufnahmen sein. Man beginnt das Bild als eine Abfolge von Bewegungen zu sehen, was dem damaligen Zeitgeist entsprach. Die Umrisse der Objekte werden zugunsten farbflächiger Gestaltung aufgegeben. Es werden Farben verwendet, die den dynamischen Charakter der Darstellung unterstreichen. Sehgewohnheiten, die sich herausgebildet haben, werden infrage gestellt. Der Schwerpunkt der Gestaltung wird auf die ausschließliche Darstellung von Bewegung gelegt. Vor diesem Hintergrund entstehen ungewöhnliche Arbeiten, die aber durchaus die Dynamik eines Radsportereignisses treffen”, erläutert Wulf Gruber die Grundlage für die Realisierung der Aufgabenstellung in seiner 11. Klasse.

Seit einigen Wochen arbeiten die Schüler an einem künstlerischen Projekt, welches als Wettbewerb ausgeschrieben ist. Bereits im Oktober 2010 wurde dafür von Wilfried Martin, Schulleiter des Zabelgymnasiums, und Wolfgang Reichert, Präsident des SSV Gera, eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Die Aufgabe besteht darin, ein Motiv für das Jubiläumsplakat der Ostthüringen Tour zu gestalten, die im kommenden Jahr zum zehnten Mal zur Austragung kommt. Dafür wurden von Wulf Gruber für die einzelnen Klassenstufen spezielle Themen erarbeitet, die dem Themenkomplex Radsport untergeordnet sind. So bearbeiten zum Beispiel die Schüler der Klassenstufe 8 das Thema “Im Ziel”, während die Schüler der 10. Klasse das Thema Radsport in der Art eines Scherenschnitts gestalten, allerdings mit schwarzem Filzstift gezeichnet.

Aus der Vielzahl der Arbeiten werden dann die ausgewählt, die die Blicke anziehen und damit den Sinn des Plakates für die Jubiläumstour – Zuschauer anzulocken, das Ereignis bekannt zu machen – unterstützen.

“Vielleicht wird ja eines dieser Bilder Wettbewerbssieger und damit das Plakat für die 10. Ostthüringen Tour 2012”, so der Kunsterzieher. Doch auch die bereits fertigen Arbeiten aus den anderen Klassenstufen lassen schon jetzt darauf schließen, dass die Auswahl nicht einfach wird.